Stadt Iserlohn - Ortteil Hennen: besorgte Bürger machen mobil

Anfang 2004 Bekannt werden eine erhöhte Anzahl an Krebserkrankungen im unmittelbaren Umfeld der Mobilfunksendeanlage auf dem Gebäude der Verwaltungsnebenstelle, der Stadt Iserlohn, im Ortsteil Hennen. Das Gebäude befindet sich direkt neben der Grundschule.
April 2004 Wegen besorgter Bürgeranfragen zu der Mobilfunksendeanlage lässt die zuständige Verwaltung der Stadt Iserlohn eine Messung der elektrischen Feldstärke durch die Betreibergesellschaft T-Mobile durchführen. Als Ergebnis wurde eine mehr als hundertfache Unterschreitung des gesetzlichen Grenzwertes gemessen. Hinweise der Bürger, dass diese Grenzwerte viel zu hoch angesetzt und außerdem nicht alle schädliche Wirkungen der Strahlung abdecken, wurden durch die Stadt Iserlohn und T-Mobile als Unfug abgetan.
Mitte 2004 O² Trotz dem Ergebnis der Messung kündigt die Verwaltung der Stadt Iserlohn vorsorglich den zum 30.09.2007 auslaufenden Mietvertrag des Mobilfunkstandortes. Der Grund für die Kündigung waren die aktuellen Leitlinien der Stadt Iserlohn, demnach die Gebäude von Kindertagesstätten und Grundschulen für den Ausbau von Mobilfunksendeanlagen ausgeschlossen werden.
Im Vertrauen auf diese Entscheidung wurden keinerlei Maßnahmen mehr durch die Bürger durchgeführt.
Anfang 2005 T-Mobile sucht alternative Standorte für die Zeit nach dem Auslaufen des Mietvertrages. Als Standort wird der Bereich "Auf Haus Hennen" genannt. Dies führt zu einer erneuten Diskussion und Gründung einer Bürgerinitiative der dort ansässigen Bürger.
August 2006: Bürgerversammlung in der Grundschule Hennen. Bei der Diskussion stellte sich schnell heraus, dass es der Bürgerinitiative gegen den Standort "Auf Haus Hennen" lediglich um die Beeinträchtigung der Optik durch einen 30 Meter hohen Sendemast und nicht um mögliche Gesundheitsgefährdungen ging. Auch der zu erwartende Wertverlust der eigenen Grundstücke wurde durch Vertreter der Initiative genannt. Nachdem Dr. Matthias Otto ( Deutsche Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin ) in seinem Vortrag die Äußerung brachte, dass keine Gefährdung von Mobilfunkstrahlung ausgeht und ganz besonders Kinder äußerst resistent gegen solche Strahlung wären, wurde der Vorschlag gemacht, entgegen der Richtlinien der Stadt Iserlohn, den Sendmast auf der Verwaltungsnebenstelle zu lassen. Der Mietvertrag wird demnach verlängert. Die Anlage wird sogar noch ausgebaut. Unglaublich!!!
September 2006 Besorgte Bürger wenden sich an die Stadt Iserlohn um gegen die Beibehaltung und den Ausbau der Anlage auf der Verwaltungsnebenstelle Hennen zu protestieren. Mit Hinweis auf die Ausführungen des Herrn Dr. Otto und auch dem sogenannten "Leuchtturmeffekt" wird der Protest als unbegründet zurückgewiesen.
November 2006 Gründung der "Bürgerinitiative gegen Mobilfunkanlagen in Hennen". Beschwerde gegen das weitere Bestehen und den geplanten Ausbau der Mobilfunkanlage auf der Verwaltungsnebenstelle Hennen durch die Bürgerinitiative, gerichtet an den Beschwerdeausschuss der Stadt Iserlohn. Vorlage einer entsprechenden Unterschriftsliste von 200 Bürgern ( gesammelt an einem Tag in wenigen Stunden ). Forderungen an die Stadt Iserlohn:
1. Messungen durch ein unabhängiges Gutachter-Institut und Suche nach alternativen Standorten.
2. Demontage der vorhandenen Anlage.
Februar 2007 Beschwerdausschusssitzung. Die Forderungen werden durch den Sprecher der Bürgerinitiative nochmals vorgetragen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass eine neue Studie, die im Auftrag des Bundesamtes für den Strahlenschutz ( BfS ) durchgeführt wurde, ergeben hat, dass der sogenannte "Leuchtturmeffekt" nicht zu einem Strahlungsloch unterhalb der Anlage führt. Ganz im Gegenteil wurden dort zum Teil erhebliche Strahlungen ( HotSpots ) gemessen. Dennoch wurde die Beschwerde sehr kaltschnäuzig zurückgewiesen.
März 2007 Zeitungsartikel in der örtlichen Tageszeitung durch den Sprecher der Initiative mit einem Appell an die Stadt Iserlohn sich im Sinne der Gesundheit der Kinder doch noch anders zu entscheiden. Keine Reaktion der Stadt.
März 2007 Zeitungsartikel in der örtlichen Tageszeitung durch die Bürgerinitiative. Ankündigung einer medizinischen Studie, durch die die Krankheitsfälle in der Umgebung der Anlage erfasst und durch Herrn Dr. Horst Eger ( Verfasser der sogenannten "Naila Studie" ) ausgewertet werden. Ebenfalls keine Reaktion der Stadt Iserlohn
Ab April 2007 Mitglieder der Bürgerinitiative beginnen mit der Befragung der Bürger im Umkreis von 400 Metern um die Anlage. An erkrankte und auskunftswillige Bürger werden entsprechende Fragebögen ausgehändigt, deren Daten dann durch Herrn Dr. Eger ausgewertet werden.
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