Wer oder was ist LIMES ?

LIMES ist ein Zusammenschluss von Bürgerinitiativen in NRW, die erkannt haben, dass der dringend notwendige Protest gegen den Wildwuchs von Mobilfunk & Co auf zwei Ebenen geführt werden muss:

I. vor Ort gezielte, engagierte und fachlich fundierte Massnahmen gegen jeden neuen Sendemast, der irgendwo sichtbar wird, mit dem Ziel: weg vom Wildwuchs, hin zur betreiberunabhängigen Planung.

II. Auch falls dieser Protest zum (scheinbaren) Erfolg geführt hat, was leider nur ganz selten der Fall ist (Erfolgsquote kleiner 5%), ist dieser Erfolg nicht nachhaltig und vor allem nicht flächendeckend. Die Betreiber haben bis heute leider immer noch in ihrem jeweiligen Suchkreis irgendwo Erfolg gehabt. Was dann leider zum bitteren Beigeschmack führt, bei einer Verhinderung von den dann Betroffenen als St. Florianer angesehen zu werden.
Deshalb muss der Druck der BIs gebündelt und auf die Entscheider der übergeordneten Behörden und Politiker fokussiert werden. Nur dort können Gesetze erlassen und Grenzwerte auf einen - aus Gesundheitsvorsorgegründen - erforderlichen Level angepasst werden.

Die Mitglieder von LIMES haben deshalb beschlossen, dass:
. Vor-Ort Protest nicht alles sein kann und darf, sondern es ist nur der erste Schritt auf einem Weg, der zu Verhandlungen und Ergebnissen führen muss. Wir haben die besseren Argumente und müssen unsere ganze Verhandlungskunst - unterstützt durch massive demokratische Willensäußerungen - einsetzen, um unsere Forderungen gegen die Industrielobby durchzusetzen.

. diese Verhandlungen das Ziel haben, den Wildwuchs von Mobilfunk & Co zu beenden und an dessen Stelle eine - nach gesundheitlicher Vorsorge ausgerichtete mobile Kommunikation [MK] - zu etablieren.

. sich LIMES vom einfachen Zusammenschluss als "nicht-rechtsfähiger Verein" zu einem "eingetragenen Verein" entwickeln muss und dieser Weg noch in 2006 abgeschlossen werden soll. sich LIMES vom einfachen Zusammenschluss als "nichrrechtsfähiger Verein" zu einem "eingetragenen Verein" entwickeln muss und dieser Weg noch in 2006 abgeschlossen werden soll.

LIMES-NRW war von 2006 bis Ende 2014 ein erfolgreicher "e.V.", z.B.:

. es wurden in NRW etliche lokale Bürgerinitiativen bei ihrem Widerstand gegen aufoktroierte Sendemaste unterstützt und dabei häufig deren Forderungen vom reinen "Nein" in Richtung: Gemeinsam mit anerkannten Gutachtern, den Kommunen und den Betreibern Aufstellung und Durchführung eines Mobilfunkkonzeptes erarbeiten.
. LIMES-NRW unterstützte in diesem Sinn auch die Stadt Erkrath, die vor dem OVG Münster erreichte, dass betroffene Kommunen Mitsprache bei der Festlegung von Standorten für Sendemasten erhielten.
. In zahlreichen Vorträgen über die Gefahren und Risiken der funkbasierten Drahtlos-Kommunikation formten sich allmählich immer bessere Alternativlösungen aus, deren Hauptkennzeichen die strikte Trennung der Outdoor- von der Indoor-Versorgung incl. der Indoor-Kleinzellen sind.
. LIMES-NRW hatte bereits 2010 erkannt, dass die Umstellung der Digitalen Kommunikation [DK] auf immer mehr MK (dafür sind neue, mobile Endgeräte - mit sehr lukrativem Gewinn für die IKT-Wirtschaft - erforderlich!) zu katastrophalen Kapazitätsengpässen bzgl. Übertragungskanälen für Voice und Daten in allen gesellschaftlichen Bereichen führen wird und wirbt seitdem für den Umbau auf ein zukunftsfähiges Kommunikationsystem mit
.. größtmöglichen Anteilen an kabelgebundener Informationstransferleistung
.. "Green-IT-Eigenschaften" usw.
.... mehr dazu

. Als erstes Beispiel, dass Indoor-/Outdoortrennung möglich ist, wurde ein spezieller Typ von Gebäudenetzwerken angegangen, der historisch bedingt gut und schnell Erfolge bringen kann. Es handelt sich um Schulnetzwerke, die in NRW über - durch das Land hergestellte - leistungsfähige Kabelanbindungen verfügen. Es konnte gezeigt werden, dass durch geeignete - mit Sendeleistungsreduzierung ausgestattete - WLAN- Router, die
.. die gegenseitigen Störungen, zeitlichen Reglementierungen und die missbräuchliche Nutzung
.. die Strahlenbelastung durch die bisher mit voller Leistung sendenen WLAN-Router
reduziert werden
Das Projekt "Funky-School" wurde von der Stiftung "Umwelt und Entwicklung NRW" gefördert und hat als Pilotprojekt mit sieben Schulen viele Erfahrungen für zukünftige größere Stufen sammeln können.

Die Zeit und die Entwicklung geht weiter. Das Jahr 2015 zeigt, dass die Prognosen von LIMES-NRW zutreffen:

. Eine schnell wachsende Teilmenge der digitalen Kommunikation (DK) soll nur noch Funkwellen im Gigahertz -Bereich benutzten und stellt dadurch ein immer höheres Gesundheitsrisiko dar. Dieses Risiko potenziert sich zusätzlich durch ein bewusst gefordertes verändertes Nutzerverhalten: "Immer Online sein, nichts verpassen" wird den Nutzer suggeriert. Somit können immer mehr Dienste und Funktionen die seit ca. 5 Jahrzehnten nur auf drahtgebundenen Rechnern liefen - ob sinnvoll oder nicht - heute auch über drahtlose Endgeräte abgewickelt werden.
Leider ist es in dieser Situation einer lokalen Bürgerinitiative - auch wenn sie sehr engagiert ist - nicht möglich,
.. auf Grund der höchstkomplizierten Technik und
.. den hochgelobten Vorteilen und
.. dem Schweigen von Politik und Medien
messbaren Erfolg zu erzielen. Hier sind andere Dimensionen (bundesweites, koordiniertes Agieren und neue Handlungsmuster erforderlich!)

Alle Mitglieder des LIMES-NRW e.V. haben deshalb einstimmig die Beendigung der "e.V."-Arbeit beschlossen und sich gleichzeitig zur Mitarbeit bei der bundesweit tätigen Diagnose-Funk e.V. verpflichtet.
Ausblick:

LIMES-NRW arbeitet außerdem an speziellen Themen weiter. Diese Arbeit richtet sich auf Grund der aktuellen Machtverhältnisse in Deutschland und des erst langsam erwachenden Problembewußtseins darauf ein, dass die Erreichung der formulierten Ziele über Jahre gehen wird.
In dieser Hinsicht ist unsere Arbeit vergleichbar mit den vor Jahrzehnten begonnenen Widerständen gegen Asbest, Rauchen, Holzschutzmittel usw. Wirkliche Erfolge wurden in diesen Fällen erst nach Jahrzehnten - übrigens immer gegen die Mehrheit der Politiker, Medien und Wirtschaft erreicht.

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