Die Stadt Velbert probt z.Z. im Stadtteil Langenhorst den Widerstand gegen den Senderwildwuchs der Betreiber. Erste Erfolge sind sichtbar. man orientiert sich inzwischen an Erkrath.

16. März 2006 Die V.-Langenhorster Bürger erfahren aus Velberter Zeitungen von dem städtischen Vorhaben einen mehr als 40 Meter hohen Mobilfunksendemast im direkten Zentrum des Langenhorstes zu installieren.

März / April 2006 Der Vorstand des Langenhorster Bürgerverein konsultiert einen sachkundigen Anwalt und die Vertreter der BIuM (Bürgerinitiative für umweltverträglichen Mobilfunk) als Mitglied des "Runden Tischen Mobilfunk im Kreis Mettmann". Es wird ein Aufruf zur Unterschriftenaktion gegen den Mast gestartet. Erfolg: 940 Unterschriften im ersten Durchlauf.

26. April 06 O² Diese 940 Unterschriften wurden bereits beim ersten Informationsgespräch der Stadt. übergeben. Ca. 200 interessierte Bürger hörten zu und diskutierten im Ratssaal.

27.4.06 Die CDU stellt den Antrag, die Verwaltung zu beauftragen ein Konzept zu erstellen.

Juni 06 Der Vorstand der Siedlergemeinschaft informiert seine Mitglieder und Interessenten bei einer Diskussionsveranstaltung ausführlich über Inhalte einer neutralen Planung. Vortragende und Diskussionspartner waren Gerrit Krause von der BiuM und Rechtsanwalt Peter Knitsch aus Erkrath. Als Ergebnis fordern die Langenhorster Bürger: keinen hohen Mast, wenn überhaupt Sender notwendig sind, dann nur unter Einhaltung entsprechender Gesundheitsvorsorge. Um dies entscheiden zu können, wird erst eine neutrale Mobilfunkplanung gefordert.

Juli 2006 Alle Parteien und auch der Bürgermeister werden mehrfach angeschrieben und um Unterstützung in dieser Frage gebeten.

23. August 2006 Diskussionsabend in den Räumen des Langenhorster Bürgervereins mit den Fraktionsvorsitzenden der Velberter Parteien (außer der FDP). Alle Parteien sprachen sich schließlich gegen den Mast und für ein Konzept aus.

30.8.06 der zuständige Umwelt- und Planungsausschuss beschäftigt sich mit der Frage und beauftragte die Verwaltung offiziell die Grundlagen des Konzeptes zu ermitteln, d. h. unter anderem entstehende Kosten zu berechnen und Erfahrungswerte aus anderen Städten einzuholen (z.B. Erkrath).

Anfang Januar 2007 Bei Frau Wirtz (Leiterin Fachbereich Planen und Bauen) wird vom Vorstand des Bürgervereins schriftlich der Stand der Dinge erfragt. Zusätzlich werden in zwei Schreiben an die Ratsparteien diese an ihre gegebenen Zusagen zu erinnert.

13.3.07 Sitzung des Umwelt- und Planungsausschuss mit mehr als 30 Langenhorster Zuhörern : das Ergebnis des Arbeitsauftrags an die Verwaltung liegt endlich vor:Die Verwaltung empfiehlt das Konzept abzulehnen mit der Begründung, dass es keine rechtliche Grundlage gäbe, die Betreiber zu einer Herausgabe von Messdaten, d. h. von bereits vorhandenen Strahlenbelastungen zu bewegen. Ein Konzept sei ohne diese Daten angeblich nicht machbar. Für die Mobilfunkplanung würden zu dem Ausgaben in Höhe von € 50.000,00. entstehen, diese Kosten seien im Verhältnis zu den möglichen Ergebnissen zu hoch. Vorschlag der Verwaltung war stattdessen die Erstellung und Einhaltung von Leitlinien, damit auch der Langenhorster Mast möglich wird. Der Umwelt- und Planungsausschuss gibt die Entscheidung an den Hauptausschuss weiter.

20.3.07 Hauptausschuss tagt: Obwohl es vor der Sitzung Gerüchte über ebenfalls ablehnender Positionen gab, sprach sich die SPD-Fraktion einheitlich für ein neutrales Konzept aus, inhaltliche Grundlage sollte das Erkrather Modell sein.Der Antrag der SPD wurde von allen Parteien zunächst unterstützt, allerdings gab die CDU gab ihren Ausschussmitgliedern die Abstimmung frei. Leider sah sich der CDU-Bürgermeister außerstande, sich so kurzfristig mit Inhalten auseinander zu setzen und schlug eine Umsetzung der neutralen Mobilfunkplanung in zwei Etappen vor.Die Beschlussfassung heißt jetzt, dass die Verwaltung beauftragt wird, umgehend die Ausschreibung für einen neutralen Gutachter vorzunehmen. Seine Aufgabe ist, die gegenwärtige Strahlenbelastung zu messen. Nach Vorlage der Ergebnisse soll sich dann der Umwelt- und Planungsausschuss mit den Konzeptinhalten beschäftigen. Damit leider bisher nur ein Teilerfolg aber...

bis Ende 2007 ... die Einwohner des kleinen gallischen Dorfes Langenhorst kämpfen zuversichtlich weiter.... Den kleinen Rest des Jahres 2007 zeigen Rat und Verwaltung nach außen keinerlei Aktivitäten. Die beauftragte Firma IMST mißt ohne öffentliche Teilnahme an verschiedenen Standorten und wird zum überraschenden Ergebnis kommen, dass überall die Grenzwerte weit unterschritten werden. Was werden die Entscheider der Stadt Velbert dann tun?

23.1.08 Die Vorsitzende des Langenhorster Siedlergemeinschaft, Frau Spiekermann schreibt den Dezernenten für Stadtplanung und Bauen in Velbert, Herrn Wendenburg einem "offenen" Brief und verweist darin auf die sich z.Z. ändernde Rechtlage. Denn erstmalig kann auf ein neues Urteil des Bayrische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) in 2007 hingewiesen werden. Darin wird in zwei bislang noch nicht veröffentlichten Entscheidungen vom 2. August 2007 (1 BV 05.2105 und 1 BV 06.464) bestätigt, dass Kommunen Standorte von Mobilfunksendeanlagen selbst so auswählen können, dass Wohngebiete geringer belastet werden als dies nach den Grenzwerten der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) zulässig wäre. Lesen Sie hier den ganzen Brief der Langenhorster um zu erkennen, dass auch in NRW bei gutem Willen einer Kommune sie wieder Herr im eigenen Haus werden könnte.
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